Die Thüringer Fernwasserversorgung AöR (TFW) beabsichtigt, die beiden Absperrbauwerke der Talsperre Weida grundlegend instand zu setzen. Die Besonderheit der Absperrbauwerke ist, dass diese in den 1950-er Jahren aus Beton mit dem Bindemittel Sulfathüttenzement (SHZ) errichtet wurden. Bei der geplanten Instandsetzung sind aus Betonverträglichkeitsgründen ebenfalls wieder Betone und Mörtel mit Sulfathüttenzement zu verwenden. Für die Maßnahme geeignete Betone und Mörtel wurden vom F. A. Finger-Institut für Baustoffkunde an der Bauhausuniversität Weimar entwickelt und zur geplanten Verwendung ein bauaufsichtliches Zustimmungsverfahren eingeleitet.
Die baupraktische Eignung der Betone und Mörtel sollte an Probeflächen getestet werden, wobei als Ziel dieser Maßnahmen etwaige Besonderheiten oder Ausschlussgründe für den geplanten Einsatzzweck zu ermitteln waren.
Hauptleistungen:
- Herstellung von unterschiedlichen Mörtelmischungen entsprechend der Qualitätssicherungsvorgabe durch den Auftraggeber
- Konzeptionelle Instandsetzung des Natursteinmauerwerks
- Untersuchung von Spritzmörtelarbeiten hinsichtlich Haftung und Verträglichkeit mit dem Altbeton
- Untersuchung des Ankereinbaus hinsichtlich Tragfähigkeit und Verträglichkeit mit dem Altbeton
- Erkundungsbohrungen
Spritzmörtelarbeiten (wasserseitig):
- Flächen mit HDW reinigen und vorbereiten
- Flächen mit Mörtel im Trockenspritzverfahren egalisieren
- Flächen mittels feuchten Jutebahnen nachbehandeln und vor Austrockung schützen
- Prüfung und Qualitätskontrolle durch Versuchsreihen an Spritzplatten und Bohrkernen
Mauerwerksinstandsetzung (luftseitig):
- Freilegung der Mörtelfugen bis auf eine Tiefe von 6 cm mittels unterschiedlicher Verfahren (HDW, handgeführter maschineller Abtrag) zur Bestimmung der qualitativ und wirtschaftlichsten Verfahrenstechnik
- Neuverfugung als Spritzverfugung im Trockenspritzverfahren
- Strahlen der Steinoberfläche zur Bestimmung des optimalen Zeitpunktes nach der Neuverfugung
Ankerprüfung:
- Prüfung der Eignung des geplanten Ankersystems (GEWI-Anker, Betonstabstahl B500 B, ds = 32 mm) für die Halte- und Schalungsanker an drei Probeankern
- Festlegung der Einbindelänge der Anker
- Beurteilung des Verbunds zwischen der Stahloberfläche und dem Verpressmörtel sowie dem Verpressmörtel und dem Betonuntergrund gem. Standsicherheitsnachweis
- Zugprüfung nach sieben Kalendertagen mit der 1,25-fachen Gebrauchslast
Gerüstarbeiten:
- Herstellung eines Hängegerüst der Gerüstklasse 4 mit Aufhängung über Träger, die auf der Mauerkrone verlegt wurden und 1,5 m weit auf der Wasserseite auskragten
- Verankerung der Träger auf der Mauerkrone mittels Epoxidharzmörtel (ohne Zementzusatz)
- Verankerung 0,6 m tief in gesundem Beton
- Prüfung aller Anker vor Montage des Gerüstes auf die 1,5-fache Gebrauchslast